Berufspolitik & Positionen

Die QKG fungiert seit ihrer Gründung 2009 als Berater für Kassenärztliche Vereinigungen, orthopädische Qualitätszirkel und Interessengruppen, die sich mit Gelenkerhalt und Knorpelregeneration beschäftigen.

Sie engagiert sich auch auf Bundesebene in Deutschland, etwa gegenüber dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und dem Bundesministerium für Gesundheit, für gelenkerhaltende Therapien und für eine angemessene Versorgung zulasten der Krankenkassen. Gegenüber den Fachausschüssen der Dachverbände, die die Knorpeltherapie betreffen, übt die QKG eine beratende Funktion aus. Auch in Österreich ist die QKG Teil eines das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz beratenden Expertenkreises zur Bewertung und adäquaten Kostenerstattung von Gelenk erhaltenden und knorpelregenerativen Eingriffen.

Die Kostenerstattung der Knorpelzelltransplantation (ACT)

Trotz der auch in Deutschland positiven Beurteilung der autologen Knorpelzelltransplantation (am Knie) durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) wird ihr medizinischer Nutzen bei Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) immer wieder infrage gestellt, oder die Kostenerstattung wird aus formellen Gründen von einzelnen Krankenkassen verweigert.

Auch das Wirtschaftlichkeitsgebot (§ 12 SGB V) wird bei der Verweigerung von Kostenerstattungen häufig angeführt, obwohl mehrere sozioökonomische Studien im Langzeitverlauf die Wirtschaftlichkeit der ACT belegen. Die QKG will diese Situation verbessern.

Matrixgestützte Verfahren in die ambulante Versorgung

Die QKG setzt sich derzeit dafür ein, dass die Matrizes für knorpelregenerative Verfahren bei mittelgroßen Defekten auch ambulant vergütet werden: Aufnahme in den Anhang 2 (operative Leistungen) des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) und in den AOP-Katalog. Aus Sicht der Gesellschaft ist nicht nachvollziehbar, dass solche Eingriffe, die sich sehr gut ambulant durchführen lassen, allein aus Erstattungsgründen stationär erbracht werden müssen. Eine ambulante Vergütung würde zugleich der reinen Mikrofrakturierung entgegenwirken, deren langfristige Ergebnisse bekanntermaßen schlechter ausfallen als bei Verwendung einer Matrix.

Mehr zu diesen Verfahren im Bereich Operative Therapie: matrixgestützte Verfahren und Mikro- und Nanofrakturierung.

Mitarbeit an Leitlinien und wissenschaftliche Grundlage

Mitglieder der QKG haben an den maßgeblichen Empfehlungen zur Knorpeltherapie mitgearbeitet: an den deutschen „Empfehlungen der AG Klinische Geweberegeneration (DGOU) zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk" (2022) ebenso wie an den österreichischen „Empfehlungen zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk" (2025, in Kooperation mit der QKG).

Darüber hinaus arbeiten Mitglieder der QKG an fachlichen Leitlinien und internationalen Konsensverfahren mit, unter anderem an der DGOU-Leitlinie zur Knorpelzelltransplantation und an einem internationalen Delphi-Konsens zu Begleiteingriffen bei Knorpelschäden. Die Empfehlungen der QKG stehen damit nicht neben dem wissenschaftlichen Diskurs, sondern sind ein Teil davon.

Auch der wirtschaftliche Nutzen ist belegt: Eine gesundheitsökonomische Analyse für das deutsche Gesundheitssystem zeigt, dass die rechtzeitige matrixassoziierte Knorpelzelltransplantation (mACT) langfristig kosteneffektiv ist und rund 21 % der primären Knie-Endoprothesen vermeiden kann. Das untermauert die Forderung der QKG nach angemessener Kostenerstattung und ambulanter Vergütung.

+  Quellen
  1. Niemeyer P, et al. Empfehlungen der AG Klinische Geweberegeneration zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk. 2022.
  2. Empfehlungen des Expertenkreises Gelenkserhalt und Knorpelregeneration Österreich zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk, in Kooperation mit der ÖGOuT und der QKG, 2025.
  3. Vogelmann T, Roessler PP, Buhs M, et al. Long-term cost-effectiveness of matrix-associated chondrocyte implantation in the German health care system: a discrete event simulation. Arch Orthop Trauma Surg. 2022. doi:10.1007/s00402-022-04613-z.
  4. Meyer LE, Hurley ET, Danilkowicz RM, et al. Concomitant procedures for knee cartilage injuries: an international Delphi consensus statement. J Cartilage Joint Preserv. 2024;4(3 Suppl):100198.
  5. Angele P, Zellner J, Schröter S, et al. Biological Reconstruction of Localized Full-Thickness Cartilage Defects of the Knee: A Systematic Review of Level 1 Studies with a Minimum Follow-Up of 5 Years. Cartilage. 2022;13(4):5–18.

Aktuelle Stellungnahmen

Zu konkreten Versorgungsfragen bezieht die QKG öffentlich Position, zum Beispiel:

Kurz gesagt: Berufspolitik

Die QKG berät seit 2009 auf Gremien der Gesundheitspolitik in Deutschland und Österreich im Bereich Knorpelregeneration und Gelenkerhalt. Ein zentrales Anliegen ist die faire Kostenerstattung der Matrix gekoppelten Knorpelzelltransplantation (mACT) und anderer Gelenk erhaltender Verfahren, deren Nutzen und Wirtschaftlichkeit belegt sind, deren adäquate Erstattung aber immer wieder infrage gestellt wird.

+  Autor & fachliche Prüfung

Autor

Dr./Univ. Libre de Bruxelles Heino Kniffler

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Mitglied der QKG (Gesellschaft für Knorpelregeneration & Gelenkerhalt)

Fachlich gegengelesen von

Dr. med. Wolfgang Zinser

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Vorstandsvorsitzender der QKG (Gesellschaft für Knorpelregeneration & Gelenkerhalt)

Zuletzt geprüft: Juli 2026 · Nächste Prüfung: Juli 2028