Was Sie selbst tun können

Bei einer Arthrose-Diagnose fühlt man sich schnell ausgeliefert. Doch die Forschung zeigt etwas Ermutigendes: Die wirksamsten Maßnahmen sind genau die, die Sie selbst steuern. Sie wirken vorbeugend – und auch dann noch, wenn eine Arthrose bereits besteht.

Kurz gesagt — Das Wichtigste vorweg

Die stärksten Hebel gegen Gelenkbeschwerden heißen nicht „Medikament" oder „Operation", sondern Bewegung, Muskelkraft und ein gesundes Körpergewicht. Sie sind am besten belegt – und liegen in Ihrer Hand.

Die Bereiche, die Sie selbst steuern

Vier Hebel liegen in Ihrer Hand – Bewegung, Gewicht, der Stoffwechsel und die Ernährung. Die ersten beiden haben eigene Seiten, die Ernährung einen ganzen eigenen Bereich:

Ernährung – der vierte Hebel

Die Ernährung ist der vierte große Hebel, den Sie selbst in der Hand haben. Weil das Thema so umfangreich ist, hat es bei uns einen eigenen Bereich – dort ordnen wir nüchtern ein, was Essen für die Gelenke wirklich leisten kann und was nicht, von der mediterranen Ernährung bis zu den Supplementen.

Zum Bereich Ernährung & Gelenke

Lebensstil & Ernährung — Evidenz auf einen Blick Was Sie bei Arthrose selbst beeinflussen können — von offen (links) bis gut belegt (rechts). Die vollständige Therapie-Übersicht steht in der Evidenzlandkarte. offen plausibel moderat gut belegt Lebensstil Schlaf Alkoholkarenz Rauchstopp Gewicht −10 % Krafttraining Ernährung Ballaststoffe / Darm Mediterranes Muster Protein Energiereduzierte Kost Supplemente Omega-3 → Knorpel Mikronährstoffe Omega-3 → Schmerz Boswellia Vitamin D Glucosamin/Chondroitin UC-II Kollagenpeptide Polyphenole Omega-3 → Muskel Curcumin Rund um die OP Phasen-Ernährung NSAR (uneinheitlich) Prähabilitation Omega-3 (periop.) Bewertung nach GRADE-Logik (Vertrauenswürdigkeit der Evidenz). Viele Daten aus Nicht-Reha-Populationen — Übertragung indirekt. Quelle: QKG.
Lebensstil & Ernährung: Evidenz auf einen Blick

Warum sich das lohnt – auch mit bestehender Arthrose

Ein verbreiteter Irrtum lautet: „Wenn der Knorpel erst weg ist, hilft nichts mehr." Das stimmt nicht. Gewichtsreduktion, Krafttraining und eine gute Ernährung reduzieren nachweislich Schmerzen und verbessern die Gelenkfunktion, selbst wenn die Arthrose fortgeschritten ist. [1] Sie verändern das biologische Milieu, in dem das Gelenk altert – und dieses Milieu bleibt beeinflussbar.

→ Wie Arthrose entsteht und warum das Milieu zählt: Knorpelschaden und Arthrose

Diese Seiten ersetzen keine ärztliche Behandlung. Bei neuen, starken oder unklaren Beschwerden lassen Sie diese bitte abklären. Was Sie selbst tun, ergänzt die ärztliche und physiotherapeutische Behandlung – es steht nicht gegen sie.

+  Quellen
  1. Tang S, Zhang C, Oo WM, et al. Osteoarthritis. Nature Reviews Disease Primers. 2025;11:10. doi:10.1038/s41572-025-00594-6. – Bewegung, körperliche Aktivität und Gewichtsmanagement als Kernbehandlung, wirksam auch bei fortgeschrittener Arthrose.
+  Autor & fachliche Prüfung

Autor

Dr./Univ. Libre de Bruxelles Heino Kniffler

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Mitglied der QKG – Gesellschaft für Knorpelregeneration & Gelenkerhalt

Fachlich gegengelesen von

Dr. med. Klaus Ruhnau

Facharzt für Orthopädie und Chirurgie
Mitglied der QKG – Gesellschaft für Knorpelregeneration & Gelenkerhalt

Zuletzt geprüft: Juli 2026 · Nächste Prüfung: Juli 2028